Was ist der Chemotyp eines ätherischen Öls?

Der Chemotyp, auch "Chemotyp" oder "chemische Rasse" genannt, bezeichnet die "chemische Signatur" eines ätherischen Öls, d. h. eine chemische Unterkategorie innerhalb einer bestimmten Pflanzenart. Der Begriff wurde erstmals 1975 von Pierre Franchomme geprägt. Die Europäische Union hat es 2006 mit der Verabschiedung der REACH-Verordnung offiziell eingeführt, um die Herstellung und Verwendung chemischer Stoffe in der europäischen Industrie zu sichern.

Die Bedeutung des Chemotyps von ätherischen Ölen

Der Chemotyp spielt eine Schlüsselrolle bei der Unterscheidung von ätherischen Ölen, die aus derselben Pflanzenart stammen, da ihre biochemische Zusammensetzung aufgrund verschiedener Faktoren variieren kann: geografische Herkunft, Klima, Bodenart, Sonneneinstrahlung, Jahreszeit etc. Diese Variationen führen zu unterschiedlichen medizinischen und pharmakologischen Eigenschaften. Die Kenntnis des Chemotyps ist daher von entscheidender Bedeutung, um Anwendungsfehler zu vermeiden, die gesundheitliche Folgen haben können.

Um diese Chemotypen zu bestimmen, wird die Chromatografie verwendet, eine Methode der chemischen Trennung, bei der die Konzentrationsschwankungen der Bestandteile in einer Probe gemessen werden.

Beispiele für verschiedene Chemotypen

  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

    • Rosmarin Cineol: Der in Tunesien oder Marokko angebaute Rosmarin ist reich an 1,8-Cineol und produziert ein ätherisches Öl mit schleimlösenden Eigenschaften, das ideal für Atemwegserkrankungen ist.

    • Rosmarin Verbenon: Der auf Korsika wachsendeRosmarin enthält mehr Bornylacetat, eine Substanz, die gut für die Leber und die Gallenwege ist.

    • Kampfer-Rosmarin: In der Provence oder in Südspanien enthält Rosmarin mehr Kampfer, der die Herz- und Muskeltätigkeit fördert, obwohl er hepatotoxisch sein kann.
  • Thymian (Thymus vulgaris)

    • Thymianvulgaris: Thymian weist 7 Chemotypen auf: Thymol, Alpha-Terpineol, Carvacrol, Geraniol, Linalool, Paracymen und Thuyanol. Beispielsweise verströmt Thymian, der in der Nähe des Mittelmeers wächst, einen starken, phenolartigen Geruch (Thymian Carvacrol), während Thymian aus der Haute Provence mildere Noten aufweist, die an feinen Lavendel (Thymian Linalol) oder Rosengeranie (Thymian Geraniol) erinnern. In anderen Regionen kann man Düfte von Majoran, Eukalyptus oder auch Zitronenverbene finden.

Diese Beispiele verdeutlichen, wie wichtig es ist, den Chemotyp zu kennen, um ätherische Öle optimal nutzen zu können.

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